
Ursachen für eine Überlastung
Viele Pflegende fühlen sich häufig starker Belastung ausgesetzt. Sowohl körperlich als auch seelisch. Die häufigsten Symptome: Rückenschmerzen, Schlafstörungen und Burn-out. Im Bereich der Pflege ist die Quote der darüber klagenden Personen enorm hoch.
Dafür gibt es einige Ursachen. Die tägliche Beanspruchung von Körper und Geist nagt an dem Wohlbefinden der Pflegekräfte. Die Rücken- oder Nackenbeschwerden resultieren aus dem häufigen Tragen und Heben von Personen oder Gegenständen. Viele professionelle Pflegekräfte arbeiten häufig unter Zeitdruck. Dadurch ergibt sich für viele das Gefühl, die Heimbewohner nicht ausreichend gut versorgt zu haben.
Auch das Leid kranker oder beeinträchtigter Menschen kann für viele Fachkräfte zum Trauma werden. Schließlich müssen sie tagtäglich mit ansehen, wie die Heimbewohner mit ihrer Situation zu kämpfen haben. Doch auch die Pflege außerhalb des Heims schützt nicht vor seelischen Problemen. Im Gegenteil, die Ansprüche der Angehörigen belasten die pflegenden Angehörigen nicht selten.
Auch die Demenz der älteren Generation kann an den Nerven der Angehörigen zehren. Dazu kommen die persönlichen Interessen und der Beruf der Pflegenden. Beides zusammen mit einer zu pflegenden Person in Einklang zu bringen, ist zum Teil sehr problematisch und erzeugt viel Stress.
Tipps für ein gesünderes Engagement in der Pflege
#1: Gleichmäßige Verteilung von Belastung und Entlastung
Klingt simpel, ist aber natürlich nicht immer einfach. Im Optimalfall halten sich Belastung und Freizeit in etwa die Waage. Aufgaben sollten, wenn möglich, auch mal abgegeben werden. Dazu kommen ausreichend Pausen.
Zur Reduzierung der Belastung zählt auch, seine Grenzen zu kennen und nur so viel zu leisten, wie es auch möglich ist. Die Aufgaben sind nacheinander abzuarbeiten, damit bei der Arbeit und im Kopf kein wildes Chaos entsteht.
Gehen Sie in der freien Zeit ihren Interessen nach oder verbringen Sie Zeit mit ihren Liebsten.
#2: Auf die Gesundheit achten
Wer gesund ist, kann mehr Belastung tragen. Ein gesunder Lebensstil ist daher äußerst empfehlenswert. Dazu gehört:
- Gesunde Ernährung
- Bewegung (siehe #3)
- Nicht rauchen
- Kein oder nur wenig Alkohol
- Ausreichend und erholsam schlafen
- Ausreichend Wasser trinken
#3: Den Rücken schonen – Sport treiben
Der Rücken wird in der Pflege mit am meisten beansprucht. Daher ist es wichtig, ihn so gut es geht zu schonen. Achten Sie daher auf ein gesundes Heben: Spannen Sie beim Heben die Rücken- und Bauchmuskeln an, heben Sie aus der Hocke und nutzen Sie die Kraft aus den Beinen. Führen Sie ihre Bewegungen kontrolliert und langsam aus. Pflegebedürftige Personen sollten zudem nur unter Mithilfe gehoben werden.
Auch beim Pflegebett kann man die Einstellung so treffen, dass der dort liegende Bewohner von aufrecht stehenden Pflegekräften versorgt werden kann. Man kann sich ebenfalls auch bei der Arbeit etwas zurücknehmen. Lassen Sie die Pflegebedürftigen versuchen, in ihren Möglichkeiten liegende Dinge selbst zu erledigen und greifen Sie ihnen dabei unter die Arme.
Unterstützen Sie zudem die Rückenmuskulatur durch ausreichend Bewegung. Spaziergänge, Laufen und Yoga können dabei helfen, vor allem aber gezieltes Rückentraining und Gymnastik.
#4: Auf die Symptome achten
Unterschätzen Sie die Anzeichen einer Überlastung nicht, sondern nehmen Sie diese ernst. Achten sie dabei auf zum Beispiel folgende Symptome:
- Muskuläre Verspannungen, Nacken- und Rückenschmerzen
- Unruhe, Herzrasen, Aggresivität und Gereiztheit
- Schlafstörungen, Kopfweh und Müdigkeit
- Traurigkeit, Depressionen und Angstzustände
Lassen Sie sich regelmäßig ärztlich untersuchen.
#5: Ünterstützung in Anspruch nehmen
Hierbei kann eine kostenlose Pflegeberatung Sinn machen. Sie bietet Hilfe in Form von Beratung bezüglich Hilfsmitteln und Einrichtung, sowie psychische Unterstützung und Entlastungsangebote. Tauschen Sie sich auch mit anderen Pflegekräften aus und unterhalten Sie sich über mögliche Probleme und Lösungsstrategien.
Quelle: ZQP: pflege-praevention.de