
#1: Können Energy Drinks tödlich sein?
Vereinzelt wird in den Medien darüber berichtet, dass Menschen nach dem Konsum von Energy Drinks gestorben sind. Gerade in den USA scheint es immer wieder zu derartigen Fällen zu kommen. In den USA sind die gesetzlichen Höchstmengen für Koffein jedoch deutlich höher als in Deutschland.
Zudem kann in diesen Fällen nicht ausgeschlossen werden, dass nicht doch auch andere Faktoren zum Tod der Person geführt hat, wie gewisse Krankheiten oder Prädispositionen.
Dass tatsächlich ausschließlich der Konsum eines Energy Drinks für den Tod einer Person verantwortlich gewesen ist, konnte bislang noch nicht festgestellt werden.
#2: Ist Taurin schädlich?
Ein häufig diskutierter Inhaltsstoff von Energy Drinks ist Taurin – eine organische Säure. Die kommt auch im menschlichen Körper vor und ist ein Abbauprodukt aus den Aminosäuren Cystein und Methionin.
Taurin ist unter anderem wichtig für die Entwicklung des Gehirns und kardiovaskuläre Funktionen. In seltenen Fällen können Menschen Taurin nicht selbst erzeugen, wodurch es zum einem Mangel kommt. Dann wird Taurin meist substituiert.
Der aktuelle Forschungsstand legt nicht nahe, dass die Aufnahme von zusätzlichem Taurin durch Energy Drinks – zumindest in den empfohlenen Mengen – eine schädliche Auswirkungen auf den Körper hat.
Manche Quellen sprechen sogar von einer leistungssteigernden Wirkung, wenn Taurin zusätzlich eingenommen wird. Doch auch das ist nicht ausreichend wissenschaftlich belegt.
#3: Welche Gefahren bestehen beim Konsum von Energy Drinks?
Wer Energy Drink hört, denkt meist zunächst an den Koffeingehalt des Erfrischungsgetränks. Dabei enthalten viele Energy-Drink-Sorten auch einen beachtlichen Zuckeranteil, der ein zusätzliches Gesundheitsrisiko darstellen kann.
Die Verbraucherzentrale geht davon aus, dass eine 500 Milliliter Dose Energy Drink rund 60 Gramm Zucker enthält.
Das heißt, allein die Zuckermenge kann bei erhöhtem Konsum schlecht für die Gesundheit sein und beispielsweise zu Übergewicht und Diabetes mellitus führen. Die gesetzliche Höchstmenge für Koffein pro 100 Milliliter beträgt bei Energy Drinks 32 Milligramm. Zum Vergleich: 100 Milliliter Filterkaffee enthalten um die 45 Milligramm Koffein.
Wer zu viele Energy Drinks trinkt, muss mit folgenden Auswirkungen rechnen:
- Nervosität
- Schlaflosigkeit
- Übelkeit
- Kopfschmerzen
- Schweißausbrüche
- Bluthochdruck
- Herzrasen
- Wahrnehmungsstörungen
- Herzrhythmusstörungen
- Kreislaufkollaps
Beim Konsum von Koffein kann es generell kurzfristig zu Schlafstörungen, erhöhter Ängstlichkeit und Verhaltensänderung kommen. Bei Schwangeren kann regelmäßiger Konsum sogar das Wachstum des Fötus vermindern.
Wer Energy Drinks trinkt erzeugt Stress für den Körper, durch den zusätzlich auch Stresshormone ausgeschüttet werden.
Somit wird von den meisten Konsumentinnen und Konsumenten ein zusätzliches Stressgefühl wahrgenommen. Wenn zu viel Koffein aufgenommen wird, als der Körper verträgt, kann es jedoch, wie dargestellt, im Extremfall zu akuten Gesundheits- und Herzproblemen kommen.
#4: Wieviel Energy Drinks darf man zu sich nehmen?
Einzeldosen von bis zu 200 Milligramm Koffein sind für die gesunde Allgemeinbevölkerung unbedenklich, wie die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit mitteilt. Auch dann nicht, wenn Koffein weniger als zwei Stunden vor starker körperlicher Anstrengung zu sich genommen wird.
Jedoch zeigte sich, dass sich schon einzelne Koffeindosen von 100 Milligramm negativ auf Schlafdauer und ‑muster Auswirken können. Über den Tag verteilt können gesunde Menschen unbedenklich 400 Milligramm Koffein zu sich genommen werden. Für Schwangere gelten 200 Milligramm als unbedenklich.
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt zudem nicht mehr als 10 Energieprozent Zucker täglich zu sich zu nehmen. Bei einem durchschnittlichen Erwachsenen (Kalorienzufuhr 2.000 Kilogramm) ist das eine empfohlene Tagesmenge freien Zuckers von 50 Gramm. Bei zuckerhaltigen Energy Drinks wird dieser Wert meist schon beim Konsum einer großen Dose (500 Milligramm) übertroffen.
Diese Angaben beziehen sich jedoch lediglich auf den einzelnen Konsum von Koffein beziehungsweise Zucker. Inwieweit sich die Kombination aller Inhaltsstoffen eines Energy Drinks auf den Körper auswirkt, ist nicht ausreichend geklärt.
Eine aktuelle Meta-Analyse verschiedener Studien legt nahe, dass schon fünf bis sieben Energy Drinks pro Woche schädlich sein können. Vor allem sollte dabei die Kombination mit Alkohol vermieden werden.
#5: Beliebte Kombi: Energy Drinks und Alkohol?
Wodka-Energy ist ein beliebtes Party-Getränk und sorgt dafür, dass die Nacht durchgefeiert werden kann. Das hängt vor allem damit zusammen, dass Energy Drinks die sedierende Wirkung des Alkohols ausgleichen und dafür die stimulierende Wirkung erhöhen – man wird also nicht so schnell müde und ist aktiver.
Was zunächst gut klingt, birgt jedoch einige Gefahren: Mehrere Studien zeigten, dass es durch den Alkohol-Energy-Mix häufiger zu Unfällen und Verletzungen kam. Zusätzlich fuhren Konsumentinnen und Konsumenten häufiger betrunken Auto und nutzten andere sexuell aus oder wurden selbst sexuell ausgenutzt.
Das Bundesamt für Risikobewertung weist im Zusammenhang von Alkohol und Energydrinks auf eine Reihe von Fällen hin, in denen es zu Herzrhythmusstörungen, Nierenversagen und sogar zum Tod durch Suizid gekommen ist.
Wer bis zu etwa 0,65 Gramm Alkohol pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nimmt (0,08 Prozent Blutalkoholspiegel), muss nicht befürchten, dass dies negative Auswirkungen in Kombination mit einer Koffeindosis von bis zu 200 Milligramm hat. Die subjektiv wahrgenommene Trunkenheit wird dadurch nicht beeinflusst.